Abhören und Überwachen

9.September 2015

Abhören und Überwachen

Wer Gesetze aufstellt muss sie nicht nur anwenden, sondern auch durchsetzen können. Das Parlament und die Regierungen sind ohne funktionierende und ausführende Gewalt ebenso nutzlos wie die Gesetze, welche ständig ent- und verworfen werden.

Die Strafverfolgung und Beweisführung wären mit den vorhandenen Technologien und den daraus resultierenden Beweismitteln einfacher denn je.

Invasionen

26.August 2014

Invasionen

Es gibt ein paar Dinge in meiner Umgebung, welche ich mittlerweile seit Jahrzehnten zu pflegen weiss. Nachbarschaftliche Beziehungen beschränken sich kaum bis zur nächsten Parzelle oder zur hoch gewachsener Hecke, erstrecken sich über Felder und Wiesen zum nächsten Wiler. Da brauchts keine Telefondrähte oder GSM-Netze, ein einigermassen flottes Zweirad genügt, um über Feldwege gefestigt mit kleinen Jurakalksteinen, durch manchmal gelblich sonnigere oder grünlich dunklere Wälder zur Haustür meines Kollegen zu pedalen und an die Türe zu klopfen.

Invasionen

11.August 2014

Invasionen

Es ist nicht so, dass ich mich nun tiefgründig in Geschichtsbücher werfen möchte, wo erzählt wird, was am 6. Juni 1944 an den Stränden der Normandie alles gestrandet wurde. Bestimmt nicht diejenigen, welche um die Jahrhundertwende ihr Glück in Brasilien suchten, weil die hiesigen Zeitungen vieles Versprachen was die aufkeimenden Fabrikhallen hier nicht bieten konnten und schon gar nicht weil alle Kartoffeläcker am verfaulen waren. Da gelobe ich eigentlich unsere derzeit goldig gepflegten Weizen- und Kornfelder, die bekanntlich in meiner Gegend so zahlreich sind, wie die gegenwärtig wildwüchsig grassierenden Plakatwände der Aggloszene.

Der Saustall

16.Mai 2014

Der Saustall

Ein ehemaliger Arbeitskollege meldet sich Ende 2011, der Absender wie auch die Fussnote lässt auf eine neue erfolgreiche Anstellung beim Nachrichtendienst des Bundes deuten. Ich antwortete ihm und freue mich für ihn, seit jeher ab jeglichen positiven Neuigkeiten.

Seit 2010 sorgt der Nachrichtendienst des Bundes unter der neuen Führung regelmässig für skandalträchtige und reisserische Schlagzeilen. Im Herbst 2012 tritt der verantwortliche des NDB an die Öffentlichkeit und gesteht einen Zwischenfall, bei dem vertrauliche Daten gestohlen und entwendet wurden. Einer muss halt immer den Kopf hinhalten und man will mir weismachen, dass man in Zeiten von Breitband-Internet-Verbindungen immer noch mit Magnetbändern in irgendwelchen Anstalten herumirrt.

My Way

28.November 2013

My Way

Das Unterengadin bekanntlich mein erster und letzter Rückzugsort, dann wenn in den Nebelschwaden des Unterlandes mir ein paar Träumer, Nasengrübler und andere Penntüten zu viel vor meiner Schnauze auftauchen. Nicht weil ich von staatlicher Oberhand flüchtig wäre – die Könner und deren Autorität erkennt man ohnehin spätestens wenn sie einem am Nacken liegen. Das einzig beunruhigende aus meiner Perspektive, dass es zu vorangehenden Jahren verhältnismässig viele Besuche geworden sind.

Bananenrepubliken

11.Mai 2013

Bananenrepubliken

Man macht sich seine Pläne im Leben, so auch ich. Die Temperaturen entlang der Bielerseestrände nicht immer so beständig. In seichten Gewässern badet man zwar nicht im Schmutz, nicht selten bildet sich aber oberflächlich ein öliger Film, schmieriger Sonnenschutz von bleichen Seeländern.

So haben wir geplant unsere Badetücher anstatt im Gras mal auf feinem Sand auszubreiten und die etwas beständigeren Wetterlagen entlang der brasilianischen Küste nahe des Äquators zu besuchen. Lange bevor unserer Anreise haben wir gebucht, aus welchem Grund auch immer.

Spurensuche

25.Dezember 2012

Spurensuche

Es ist kälter geworden draussen. Weiss, grau bis schwarz prägt das Bild. Seit Wochen hat es bereits weisse Flocken geregnet und ich war noch nicht einmal richtig im Schnee. Dabei wäre eigentlich alles startklar, meine schwarze Katze hat die Winterpfoten drauf und das Radical-Super-Brett hat einen frischen Schliff, höchste Zeit damit herum zu tanzen.

Fünf darauf folgende Freitage gönne ich mir, ich könnte schon fast von Ferien reden, da war ja noch der Ausflug ans TestRide in die Lenzerheide, zwei Arbeitstage kostete mich das, ansonsten mag ich mich in diesem Jahr nicht an Ferien erinnern. Zugegeben meine Arbeitstage laufen auch nicht immer auf acht Stunden, mein Soll richtet sich nach der werten Kundschaft und diese regle ich nach meiner Gesundheit und Vernunft. Von 13 geregelten und bezahlten Urlaubswochen bin ich weit entfernt, aber ich beklage mich nicht. Wer gerne tut was er macht, dem fehlt es schliesslich an nichts.

Race gainst the machine

27.August 2012

Race against the machine

Die Geisterstunden sind nun vorüber. Die Geister die ich rief. Sie haben die dumme Angelegenheit nicht an Türen anzuklopfen und schleichen sich dabei ständig in mein Hirn.

Wie soll man schlafen, wenn weit entfernt im dunklen Wald Männer schreien. Wie soll man konzentriert arbeiten, wenn es am anderen Ende des Drahtes plötzlich unerwartet funkstill ist. Passfotos sollen angefertigt werden, fehlen irgendwo kurzfristig wichtige Arbeitskräfte prasselt dann alles wieder auf mich nieder. Es verschwinden Millionen und am anderen Tag sind sie wieder da. Auffällige Streifenwagen, verschwundene E-Mails und deren Herkunft nicht überbewerten. Noch offene Rechnungen dürften auf den Ursprung des Sturms hinweisen.

Allegra e bainvgnü

22.Oktober 2011

Allegra e bainvgnü

Ein Weilchen ist es jetzt her, seit ich mich das letzte mal an den äussersten Zipfeln des Engadins niedergelassen habe. Genau drei Jahre weiss ich aufgrund meines Logbuches zu rechnen.

Dieses mal bin ich allerdings nicht auf der Flucht. Auf den ellenlangen Tunnel kann ich verzichten, meine neue Beziehung machts bekanntlich möglich. Die paar Kehren über den Flüelapass kommen mir so kurz vor, wie die Hausrunden über den Frienisberg. Der Sven Hedin – der weisse VW Bus, tingelt dagegen in Sardinien im Kreis herum und ich bin gespannt wie lange der’s noch machen wird, seine goldenen Streifen sind längst vergilbt und ich sehe den Tag kommen, wo wir in unserem Garten das Grab schaufeln müssen. Einzig die gut bestückte und eingerichtete Küchennische wird mir ein wenig fehlen.

Laufbahnentscheidung

18.Juli 2011

Laufbahnentscheidung

Das hat nichts damit zu tun, in welche Umlaufbahn ich mich schiessen lassen möchte, nichts womit ich die Bodenhaftung verlieren könnte. Nur Entscheidungen waren für mich bis anhin immer wieder die grosse Qual.

«Die richtigen Weichen stellen» genoss für mich ganz enfach einen zu hohen Stellenwert. Sollte ich nun auf die Fahrradtour oder aufs Gurtenfest? Radeln kann ich schon fast jedes Wochenend, das Gurtenfest gibts nur einmal im Jahr, also 1:0 fürs Gurtenfest.

Ob der Kollege auch alle Tage bleiben kann? Nein, dass kann er nicht. Heiraten müsse der Verwandte am Sonntag noch. Heiraten tut man schliesslich nur einmal im Leben, das Gurtenfest gibts dann mehrere male noch. 1:0 für die Heiraterei? Vonwegen, das Gurtenfest schenkt mir alle Jahre wieder ein neues Leben.

Finale

30.Mai 2010

Finale

«Finale» ist nicht etwa der letzte Akt eines langen Theaters und auch nicht grosses Kino, wie man aus dem Titel vielleicht schliessen würde. Insider wissen, mit Finale ist hier eine Ortschaft in der italienischen Region Ligurien gemeint. Wilde Tiere kommen hier her, lassen sich von Steinen und Felsen zähmen – weil es vielleicht sonst niemand tut. Sportkletterer suchen gesichert an Seilen nach griffigen Kanten, breite Reifen finden gesichert durch meist horizontale Fliehkräfte und mit ebenso viel Kraftaufwand kontrolliert ihre Pfade.

Aber beginnen wir doch ganz vorne, da wo sich der Horizont ins Unendliche zieht. Tiefblau ist das Mittelmeer, hellblau mit weissen Wolken befleckt der Himmel. Die Strandkörbe noch weitgehendst leer, ein Blick genügt mir, es gibt sonst nicht viel zu sehen. Schon interessanter sind da die mit Milch dicht geschäumten Kaffetassen, welche es entlang der mit grossen Palmen gesäumten Strandpromenade gibt. In Reih und Glied stehen die Cafés aneinander, wie die edlen flachen vierrädrigen Karrossen gegenüber. Ob mir das reicht? Nein, natürlich nicht.

Still sitzen

25.April 2010

Still sitzen

Es hat mich erwischt. Die Höhenflüge und Hochs vergangener Werktage und Wochenenden haben mich dazu verleitet, das etwas grössere Hindernis ins Visier zu nehmen. Innert Sekunden habe ich mich entschieden, mit dem Zweirad kurz vor dem Twannberg den gröberen Stein zu überfliegen, anstatt daneben über kleinere Wurzeln zu rollen. Der Geist ist in guter Kondition, meine körperlichen Reserven habe ich aber schon längst im endlos langen Aufstieg kurz nach Biel verpufft – wir nennen ihn auch «Psycho». Die Energien reichen nicht das Zweirad ordnungsgemäss aufzuziehen, mein Hinterrad verfängt sich bei voller Fahrt am besagten Hindernis, auch üppig vorhandener Federweg vermag meinen Fahrfehler nicht zu korrigieren, ich werde aus dem Sattel in ordentliche Höhe geworfen. So finde ich seit längeren wiedereinmal den Weg auf den harten Boden, ein paar Meter hinter dem grossen Stein. Mein Zweirad vollzieht noch ein paar Saltis mehr und findet dutzende Meter vor mir seine Ruhe. Immerhin, wenigstens Steine und Wurzeln bringen mich wieder auf den Boden.

Where Myths and Legends are born

11.Dezember 2009

Where Myths and Legends are born

image

Die Schotten ein urchiges, wildes und eigenständiges Volk, so wie ihre landschaftlichen Kulissen selbst. Die Gesichter alles andere als zierlich, dafür geprägt vom kalten windigen Wetter. Ein Land wohl eher für aufständische Bauern, harte Burschen und wütige Krieger.

Mind the gap!

23.Oktober 2009

Mind the gap!

«Travel is a means to an end. Home.», lese ich auf der Rückseite meines Planes, welcher mir einen Überblick über die Londoner Tubes verschafft. Die Bahn fährt über holprige Geleise, kurz nach Upminster sind die kleinen und runden Wagen noch weitgehenst leer. Was «Home» ist wird mir in ein paar Zeilen weiter unten erklärt. IKEA, so die Antwort eines schwedischen Möbelherstellers.

Gewiss lässt es sich damit zu Hause gemütlich machen. Zufrieden mit dieser Antwort bin ich halt noch nicht. «Home» wird sicher nicht nur aus billigen Stoffen und Hölzern bestehen. Viele Reisen kann man antreten und die Mittel dazu sind ebenso vielfältig. Ausnahmsweise bin ich mit dem Auto unterwegs und bin in den äusseren Vorort von London gekommen, etwas später möchte ich dann per Schuhe durch die schottischen Highlands wandern. Im Kopf kann man aber auch spannende Reisen unternehmen, zu Hause im Garten mache ich das jeweils am Liebsten.

Sich wohl fühlen, ein für mich mittlerweile wichtiger Begriff. Wo man zu Hause ist tut man das in der Regel auch. Wäre es jetzt aber nicht von Vorteil, wenn man überall zu Hause sein könnte? Weil dann erübrigt sich sogleich auch die Frage, wann und wo das oben zitierte Ende erreicht ist. Kompliziert meine Gedankengänge zu verstehen, meine kurze Reise bis nach Upminster vielleicht etwas einfacher.

Where flowers flourish

3.August 2009

Where flowers flourish

Es hat sich mittlerweile so eingespielt, im Juli wenn ich hier bin – und wann war ich das eigentlich schon nicht –, stelle ich das Auto vor dem Tierpark Dählhölzli auf einen der vielen freien Parkplätze und beginne meine Wanderung durch den Wald, dort wohnen eingepfercht in Gehegen auch ganz wilde Tiere.

Mein Ziel sind aber nicht die wilden Tiere. Ich will für zwei Tage den Gurten besteigen. Über vier Tage wird am Gurtenfestival feucht fröhlich gelacht, gelebt und Musik gehört und wer will das schon nicht?

Die Aare trennt die wilden Tiere vom Gurtenfestival, zum Glück gibts Brücken, den Schönauersteg. Diesen werde ich auch wieder benutzen, wenn ich meine Schlafstätte zu Hause aufsuchen werde. Es versteht sich von selbst, dass diese Wanderung und vorallem der Abstieg in aller Herrgottsfrühe nur wenig Bier verträgt. Damit werde ich keine Probleme haben, dass weiss ich schon jetzt, noch offen ist allerdings wann ich genau runter kommen werde. Ist das Fest dürftig kanns vor zwölf Uhr werden. Ist das Fest gut, werde ich in kürzester Zeit wieder den Sonnenaufgang geniessen. Es liegt schlussendlich bei mir.